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Blutegel Therapie


  Die Blutegeltherapie bei akuten und chronischen Schmerzen

Für therapeutische Zwecke wird der Egel Hirudo Medicinalis eingesetzt, der eigens für medizinische Zwecke gezüchtet wird. Er ist 2 – 4 cm lang, dunkelgrün bis schwarz und hat an beiden Körperenden Saugnäpfe. In die winzige sternförmige Bisswunde sondert der Blutegel über seinen Speichel mehrere gerinnungshemmende, entzündungshemmende und gefäßerweiternde Substanzen ab.

Ich verwende in meiner Praxis ausschließlich Blutegel aus deutscher Zucht, die nach dem Arzneimittelgestzt gezüchtet und gehalten werden. Vor der Anwendung muss der Egel 32 Wochen "fasten", so dass er einerseits "Appetit" hat und andrerseits gewährleistet ist, dass er völlig sauber und frei von Schadstoffen ist. So wird die Übertragung von Krankheit vermieden und das Infektionsrisiko ist so gut wie ausgeschlossen - gerade wenn man die Bissstellen nach dem Saugen noch ausreichend nachbluten lässt. Die Egel werden niemals mehrfach verwendet!




Bei welchen Erkrankungen ist eine Blutegelbehandlung sinnvoll?

       Erkrankungen des Bewegungsapparats:

  • Akute und chronische Schmerzen der Gelenke, vor allem Knie, Ellbogen, Finger und Zehen
  • Arthrose von kleinen und großen Gelenken:so z.B. Gonarthrose, Daumensattelgelenksarthrose und Sprunggelenksarthrose
  • Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises
  • Gicht, sowohl beim akuten Gichtanfall wie auch bei Gichtknoten, Podagra
  • Tendinitis, also Sehnen- und Sehenscheidenentzündungen (Tennisellbogen, Golfarm)
  • Beschwerden der Wirbelsäule
  • Osteomyelitis



  •   Wie läuft eine Behandlung ab?

    Eine kurze Voruntersuchung und Vorbesprechung ist nötig, da abgeklärt werden muss, ob eine Behandlung mit Blutegel sinnvoll und erfolgsversprechend ist. Ebenso muss die benötigte Anzahl von Egeln festgelgt werde, da ich diese immer "frisch" bestelle. In der Regel verwende ich nicht mehr als 8-10 Blutegel, da sonst der Reiz auf den gesamten Körper und auch der Blutverlust zu groß ist.

    Die eigentliche Behandlung erfolgt dann etwa eine Woche später, sie dauert meist 1-2 Stunden, gelegentlich aber auch länger, wenn die Egel "faul" sind oder die Wunden sehr lange nachbluten. Planen Sie also bitte genug Zeit ein. Unter Druck wollen die Egel oft nicht beißen und man darf die Tiere auch nicht gewaltsam lösen.

    Oft reicht eine Behandlung aus, denn die Therapie wirkt ja nicht nur örtlich an den applizierten Stellen sondern systemisch im ganzen Körper durch die heilenden Substanzen, die der Blutegel abgibt.

    Die Behandlung läuft dann wie folgt ab: Die Egel werden an den vorgegeben Hautstellen angesetzt und saugen sich dort fest. Sie spüren dabei nur ein leichtes Ziehen. Im weiteren Verlauf (eine halbe bis eineinhalb Stunden) leitet der Blutegel seine heildenen Wirkstoffe beim Heraussaugen des Blutes in das Gewebe ein und fällt anschließend von alleine ab. Keinesfalls darf der Egel gewaltsam entfernt werden!

    Die kleine Bisswunde wird durch das abgegeben Hirudin einige Stunden offen gehalten und blutet nach. In dieser Zeit muss die Wunde gut mit saugfähigem Verbandsmaterial abgedeckt sein.

    Am nächsten Tag erfolgt der erste Verbandswechsel bei mir in der Praxis - dann reichen einfache sterile Pflaster auf den Bißstellen aus, die ich Ihnen mitgebe.




    Wann darf eine Blutegeltherapie nicht durchgeführt werden (Kontraindikationen)?

    • Hämorrhagische Diathesen,Bluterkrankheit", sowie Blutgerinnungsstörungen
    • Hauterkrankungen an den Applikationsorten
    • Akute Magen- oder Darmgeschwüre
    • Deutliche Blutarmut
    • Erheblicher Immunschwäche (AIDS, Chemotherapie, etc.)
    • Schwere chronische Erkrankungen (z.B. Krebs)
    • Fortgeschrittene periphere Gefäßerkrankungen
    • Ausgeprägten Wundheilungsstörungen
    • Bekannte Allergien gegen Blutegel-Inhaltsstoffe (Hirudin, Histamin, etc.)
    • Vorsicht bei Neigung zu überschießender Narbenbildung (Keloidbildung) keine Anwendung an gut sichtbaren Körperstellen
    • Aspirin® oder sonstige blutverdünnenden Mittel sollten 5-10 Tage vor einer Behandlung nach Rücksprache nicht eingenommen werden



    Geschichte der Blutegeltherapie

    Blutegel (Hirudo medicinalis officinalis) werden schon seit Jahrtausenden zu medizinischen Zwecken verwendet. Heute gewinnt die Methode nicht zuletzt durch neuere Forschungsarbeiten in der Unfallchirurgie (z.B. Replantationschirurgie), venösen Erkrankungen (z.B. oberflächlichen Venenentzündungen) und bei Erkrankungen des Bewegungsapparates (z.B. Kniegelenksarthrose) wieder zunehmend an Bedeutung. Die bei uns verwendeten Blutegel werden in Zuchtanstalten kultiviert und dürfen aus hygienischen Gründen nur einmal verwendet werden.


    Einige Bilder sind mir freundlicherweise von der Biebertaler Blutegelzucht zur Verfügung gestellt worden. Auf deren Homepage finden Sie auch weitere Informationen: www.blutegel.de



    © Dr. phil. Dagmar Hemm   |   Naturheilpraxis Heilpraktikerin
    Schützenstrasse 8   |   80335 München   |   Telefon 089 -5502 7700